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Initiative Selbsthilfe Multiple Sklerose Kranker e. V.

Para-Ski nordisch

Martin Honcu, Blickpunkt-Ausgabe 01/2025

Schaut ihr auch gerne Wintersport? Mich faszinieren u. a. Rodeln und Bobfahren. Mit bloßem Auge kann man bei den Hundertstelsekunden, die die Teams voneinander trennen, keinen Sieger erkennen. Anders sieht es beim Langlauf bzw. Biathlon aus, denn hier kann man z. B. beim Massenstart erkennen, wer führt, und beim Schießen, wer getroffen bzw. nicht getroffen hat. Ich finde es auch bewundernswert, wie schnell die Athlet*innen ihren Puls runterbekommen, um dann ruhig schießen zu können. Aber wusstet ihr, dass es Langlauf und Biathlon auch als Parasportarten gibt?

Para-Ski nordisch

Beim Para-Ski nordisch gehen Sportler*innen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen wie Amputationen, Querschnittlähmungen, koordinativen Einschränkungen oder Sehbehinderungen an den Start. Es gibt hier Wettkämpfe im Langlauf und im Biathlon.

In beiden Disziplinen starten die Athlet*innen in drei übergeordneten Kategorien: sitzend, stehend oder sehbehindert. Sportler*innen mit einer Querschnittlähmung oder Amputationen der unteren Extremitäten starten in einem Sitz-Ski. Stehend starten dagegen Personen mit leichteren Behinderungen an den Beinen oder mit Einschränkungen an einer oberen Extremität. Sie benutzen normale Langlaufski und – abhängig von ihrer Behinderung – auch Skistöcke. Sehbehinderte Athlet*innen schließlich sind gemeinsam mit einem Guide in der Loipe unterwegs, der vor ihnen läuft und über Zurufe den Weg weist.
Gestartet wird über unterschiedliche Distanzen (vom Sprint über 0,8 km bis zur Langdistanz über 20 km). Para-Ski nordisch ist Teil der Paralympics – bereits seit 1974 finden hier auch Weltmeisterschaften statt.

Para-Skilanglauf

Beim Para-Skilanglauf gibt es Rennen in der kurzen, der mittleren und der langen Distanz. Sportler*innen der stehenden Klasse und sehbehinderte Sportler*innen bestreiten sowohl Rennen in der klassischen als auch in der freien Technik, auch Skating genannt. Zusätzlich gibt es Staffelrennen, bei dem Sportler*innen aus unterschiedlichen Kategorien eine Mannschaft bilden.

Para-Biathlon

Beim Para-Biathlon absolvieren die Athlet*innen nach jeder Runde zudem ein Schießen. Sehbehinderte und blinde Sportler*innen schießen nach Gehör. Je näher sie auf das Zentrum der Zielscheibe zielen, desto höher ist der Ton über die Kopfhörer, die sie beim Schießen als Hilfsmittel aufsetzen.

Wer gewinnt?

Damit der sportliche Wettkampf möglichst fair innerhalb der drei Kategorien ausgetragen wird, werden die Leistungen aller Sportler*innen durch eine Zeitumrechnung miteinander vergleichbar gemacht. Hier gilt, je niedriger die Wettkampfklasse, desto höher der Behinderungsgrad. So läuft die Uhr bei Sportler*innen mit größeren Beeinträchtigungen langsamer als bei ihren Konkurrent*innen, die eine geringere Behinderung haben. Unabhängig von der Startklasse und der Behinderung gilt in jeder der drei Kategorien: Wer nach der Zeitumrechnung die Strecke am schnellsten zurückgelegt hat, gewinnt das Rennen.

Kein Fazit

Ich bedauere es sehr, dass ich dieses Mal kein eigenes Fazit schreiben kann. Sehr gerne hätte ich den Sitz-Skilanglauf ausprobiert, aber die Witterung muss dazu mitspielen, und das war nicht immer gegeben. Außerdem bin ich aktiv beim Curling und hatte vor dem Redaktionsschluss vier Vorläufe zur Hessenmeisterschaft zu absolvieren. Dazu kommt auch noch, dass ich aktiv Rollstuhlhandball spiele. Am 22.2.2025 hat in Hannover das 1. Rundenturnier stattgefunden. Somit haben wir ab sofort auch eine Rollstuhlhandball-Bundesliga, bei deren Auftakt ich dabei war. Aber ich werde bei nächster Gelegenheit den Langlauf ausprobieren und darüber berichten.

Quellen

Nordic Paraskiteam Deutschland, abrufbar im Internet unter www.nordski.de.

Team Deutschland Paralympics, Para Ski Nordisch, abrufbar im Internet unter www.teamdeutschland-paralympics.de/sportarten/details/para-ski-nordisch; Erklärvideo und Schnupperkurse unter www.parasport.de/sportarten/para-langlauf.